Buddy Watcher Test

UW Kommunikationssytem Buddy-Watcher

Seit November 2014 wird ein neues Kommunikationssytem, der Buddy-Watcher,  auf dem Markt vertrieben. Entwickelt und produziert wird das Gerät in Pforzheim durch das ansässige Startup Free-Linked. Der Buddy-Watcher soll die Kommunikation zwischen den Buddy-Teams erleichtern. Dabei trägt jeder Tauchpartner das Gerät am Arm. Mit einem Knopfdruck können die Buddies beim gegenüber eine Vibration auslösen und damit die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Wurde der Blickkontakt hergestellt so können sich die Taucher mit üblichen Handzeichen ihre Bedürfnisse mitteilen. Ein Grund für uns dem Ganzen genauer nachzugehen, da aus Photo– und Videografensicht sich einige interessante Aspekte beim Buddy-Watcher ergeben können.

Das kann der Buddy-Watcher von Free-Linked

Doch vorab einige technische Eckpunkte. Die Kommunikation des Gerätes basiert auf Ultraschall im Bereich von 60 kHz. Damit ist der Betriebszustand außerhalb des hörbaren Bereichs für Fisch und Mensch. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben ein spezielles Protokoll für die UW-Kommunikation realisiert. Dieses erlaubt es bis zu 20 Geräte gleichzeitig im Umkreis von 100 m zu betreiben.

Jedes der Geräte überträgt bis zu 30 Bit/s, größere Datenmengen sind für Spezialanwendungen möglich und auch geplant. Mit dem aktuellsten Softwarestand liegt die Reichweite bei 20 m und die Ladekapazität wird mit ca. 8 Std im Dauerbetrieb beziffert. Das Laden erfolgt über einen speziellen USB Ladeclip der auf das Gerät aufgesetzt wird. Nach ca. 4 Stunden ist die volle Ladekapazität erreicht.

Ein entscheidender Punkt, die Programmierfähigkeit. Somit wurde sichergestellt, dass neue Softwareversionen und Funktionen implementiert werden können ohne ein neues Gerät erwerben zu müssen. Ein Update erfolgt derzeit noch durch zusenden an den Hersteller.

Im Lieferumfang für 199,98,- Euro befinden sich zwei Buddy-Watcher, zwei Ladeclips, zwei USB Ladekabel und die dazugehörigen Armbänder. Gegenn einen Aufpreis wird ein längeres XXL Armband für Trockentauchanzüge angeboten sowie ein Y-USB-Ladekabel mit dem sich zwei Geräte gleichzeitig laden lassen.

Soweit so gut. Wie bereits beschrieben kann gegenwärtig nur ein Signal am Handgelenk des Buddies ausgelöst werden – der elegante Vibrationsalarm. Damit stellen sich automatisch die Fragen: Reicht das aus? Welchen Mehrwert habe ich als Kameramann oder Fotograf. Ist das eine Sinnvolle Ergänzung meiner Ausrüstung?

Der Buddy-Watcher in der Praxis

Wir haben typische Situationen in der Unterwasserfotografie beleuchtet bei denen wir denken, dass der Einsatz dieser Geräte bei folgenden Situationen als sinnvoll erscheint:

Das Buddy-Team, zwei Fotografen, interessieren sich für jeweils unterschiedliche Fotomotive deren Distanz zueinander bei mehr als 15 m liegt. Einer der Taucher bemerkt ein sehenswertes weiteres Objekt (Rochen) und möchte es dem Buddy mitteilen. Auf einen Shaker reagiert der Buddy nicht, da er zu weit weg ist bzw. zu viele Shaker im Hintergrund benutzt werden. Das Benutzen der Signal-Tröte wird wahrscheinlich den Rochen verscheuchen. Zum Buddy Tauchen ist keine Option, da das Objekt womöglich „verschwindet“. Was nun? In so einem Fall ist es von Vorteil ein lautloses Signal an den Buddy abzugeben.

Ein weiteres häufiges Szenario sind Foto-Shootings bei denen die Modelle auf Anweisungen angewiesen sind. Darunter fallen Positionswechsel, ein Startsignal zum losschwimmen oder ähnliches. Insbesondere hier ist die Koordination zwischen Technik und dem richtigem Augenblick oft entscheidend. Da erscheint es zeitgemäß, das Modell mit einem Knopfdruck,statt mit einem starkem schütteln des Shakers zu rufen.

Als entscheidenden Merhwert sehen wir  bei dieser Variante des Signalgebers, dass die Händedort bleiben wo sie hingehören, nämlich bei der Unterwasserkamera. Ein kurzer Knopfdruck am Buddy-Watcher und zurück mit der Hand ans Unterwassergehäuse. Ebenso ist es denkbar, sich vor dem Tauchgang abzusprechen welche Bedeutung die Ruffunktion für die Nutzer bekommen soll. Es passiert nicht selten, dass gerade Fotografen sich aus den Augen verlieren – hier könnte das Signal beispielsweise eine Art „Tauchgang abbrechen und zurück zum Meeting Point“ verwendet werden.

Zusätzlich haben wir uns mit einem UW Videografen aus Teneriffa unterhalten, der den Buddy-Watcher seit mittlerweile einem halben Jahr im Einsatz hat. Nach anfänglicher Skepsis ist dieser ein treuer Anhänger der Geräte geworden. Er berichtet, dass die Kommunikation sogar um Felsvorsprünge herum funktioniert. Doch als entscheiden Vorteil bezeichnet er die Ruhe die in den Tauchgang einkehrt. Man blendet die Shaker und Tröten komplett aus, die Konzentration liegt beim Filmen. Es herrscht die Gewissheit wenn ich doch meinen Buddy rufen möchte muss ich nicht hinschwimmen oder Shakern, ich drücke einfach diese eine Taste.

Fazit zum Buddy-Watcher

Wir finden die Idee und das Gerät interessant und werden das Gerät einem eigenen Test unterziehen. Ein Erfahrungsbericht darf natürlich nicht fehlen den wir im Nachgang veröffentlichen werden. Schlussendlich stellt sich die Frage so simpel die Idee auch ist warum wurde das längst nicht realisiert?