domeports UW Fotografie

Flachport, Domeport, Fisheyeport oder Makroport – welcher Port ist der Richtige?

Ob Flachport, Domeport, Fisheyeport oder Makroport, jeder Unterwasserfotograf bzw. Filmer stellt sich die Frage nach dem richtigen Port für das passende Objektiv für den Unterwasser Einsatz. Diese Frage wird beeinflusst durch die Größe der Motive, dem finanziellen Spielraum und den Transportkosten. Eine gängige Lösung für Landfotografen sind hier die Zoomobjektive mit einem Zoombereich von 28-500 mm. Diese Objektive ermöglichen ein breites Spektrum an Aufnahmen, aber für die Tauchfotografie sind sie nicht einsetzbar. Durch ihre Längenänderung beim Zoomen müßten diese Ports entsprechend lang sein. Die Portscheibe sollt dann aber den Blickwinkel im Weitwinkelbereich abdecken und wird im Durchmesser unverhältnismäßig groß. Setzt man zu kleine Scheiben ein, kommt es zu Vignettierungen. Dabei sind die Ecken des Bildes Schwarz, da hier der Port von innen fotografiert wird. Nur für die kleinen Kit Objektive wie zum Beispiel das 18-55 mm für APS-C Sensoren lässt sich das noch realisieren. 

UW Foto Flachports und Domeports

Im klassischen Unterwassereinsatz kommen hauptsächlich Makroobjektive oder Weitwinkelobjektive zum Zuge. Für diese Objektive gibt es zwei Systeme von Ports, die Flachports und die Domeports. Für alle Brennweiten größer 28 mm (Kleinbild) bzw. einem Blickwinkel kleiner 75° werden Flachports eingesetzt. Durch die Brechung des Wassers wird die Brennweite der Objektive um den Faktor 1,33 verlängert. Falls größere Blickwinkel mit Flachports eingesetzt werden, treten Randunschärfen und Verzeichnungen in den Ecken auf. Bei Makroobjektiven mit ihrem engen Blickwinkel treten dagegen keine Fehler auf. Die Bilder sind randscharf. Die Brennweite der Makroobjektive kann durch Vorsatzlinsen vergrößert werden. Diese Linsen können entweder durch einen Klappadapter für einen Standard Flachport vorgeschwenkt werden oder direkt auf den Makroport aufgeschraubt werden. Beide Systeme werden durch ein M67 Gewinde miteinander verschraubt.

Domeport ab 28mm Brennweite

Ab einem Blickwinkel kleiner 28 mm bzw. größer 75° werden Domeports eingesetzt. Diese sorgen für randscharfe Bilder und steigern den Spaß an der Unterwasserfotografie. Die Größe des Domeports ist dabei durch den Blickwinkel des Objektivs bestimmt. Physikalisch sind dabei zwei Grundlagen zu beachten, die ausschlaggebend für die Abbildungsleistung sind.
Die Domeports wirken wie eine Linse. Die Kamera nimmt durch diese Linse ein virtuelles Bild auf. Der Abstand dieses Bildes zum Objektiv ist abhängig vom Krümmungsradius der Scheibe. Je größer dieser Radius, desto weiter entfernt ist dieses virtuelle Bild. Mit steigender Entfernung des Bildes wächst auch das Schärfetiefenfeld an. Große Krümmungsradien ergeben somit mehr Tiefenschärfe und somit wird die Gesamtschärfe des Bildes, besonders in den Ecken, besser. Als weitere physikalische Grundlage kommt die Lage des Objektivs zum Dom ins Spiel. Dabei werden scharfe Bilder erzeugt, wenn der Kugelmittelpunk des Doms mit dem Nodalpunkt (bei Objektiven der vordere Eintrittspunkt) des Objektivs zusammenfällt.

Kosten eines Domeports

Aus diesen zwei Grundregeln lassen sich alle möglichen Kompromisse aus Bildschärfe, Größe des Domeports und der Kosten beschreiben. Bei Zoomobjektiven wandert oft der Nodalpunkt. Um randscharfe Bilder zu erzeugen braucht man große Domeradien, da durch das größere Schärfentiefefeld der Fehler aus der Regel 2 teils kompensiert werden kann. Für Festbrennweiten können kleine Radien verwendet werden, da hier ebenfalls nur Regel 2 beachtet werden muss. Bei Halb&Halb Aufnahmen überwiegt wieder die Regel 1. Es sind zwei Motive in unterschiedlicher Nähe zum Objektiv zu fotografieren, über Wasser meist unendlich, unter Wasser ca. 2-8 m. Diese Aufgabe lässt sich nur durch eine maximale Schärfentiefe lösen. Welchen Kompromiss der Fotograf eingeht ist abhängig von seinem Anspruch an die Bilder und seinem finanziellen Leidensdruck. Große Domeports haben deutlich mehr Gewicht und kombiniert mit ihrer Größe kann so manche Flugreise deutlich teurer werden. 

Portsystem von BS Kinetics

Um auf die Vielzahl von Möglichkeiten einzugehen hat die BS Kinetics GmbH ab 2014 ihr Portsystem überarbeitet. Die Ports sind grundsätzlich zweiteilig aufgebaut und bestehen aus einem Distanzring und einer Optik. Die Optik besteht aus unterschiedlichen Flachports für Makroobjektive oder Standard Zoomobjektive, oder aus Domeoptiken. Diese Domeoptiken gibt es in unterschiedlichen Krümmungsradien und aus unterschiedlichen Materialien. Neben den Glasdomeports werden auch Ports mit Scheiben aus Plexiglas angeboten. Diese sind deutlich leichter und kostengünstiger. Kleine Kratzer lassen sich auch wieder auspolieren. An die Qualität von Glasdomes kommen diese Scheiben aber nicht. Durch dieses System findet jeder den passenden Port für sein Unterwassergehäuse und viele Motive lassen sich ablichten.